Tideland
Kongeniale Literaturverfilmung von Terry Gilliam
Jeliza-Rose (Jodelle Ferland) hat Eltern, die ganz anders sind als andere Eltern. Noah und Queen Gunhilda, dargestellt von Jeff Bridges ("The Big Lebowski") und Jennifer Tilly ("Bound"), sind beide Junkies. Bald schon segnet Letztere das Zeitliche. Noah reist mit seinem Töchterchen gen Süden. Doch auch Noah hat nicht mehr viel Zeit auf dieser Erde. In einem Haus im Süden stirbt auch Noah. Jeliza-Rose, ganz auf sich allein gestellt, lernt zwei Nachbarn kennen: den geistig zurückgebliebenen Dickens (Brendan Fletcher) und seine Schwester, die furchterregende Dell (Janet Mc Teer).
In diesem neuen Umfeld hat Jeliza-Rose nur noch ihre Puppen – vier Köpfe ohne Körper namens Mustique, Baby Blonde, Glitter Gal und Sateen Lips – die sie an ihre Vergangenheit erinnern.
Mit Tideland, der auf dem Roman von Mitch Cullin basiert, legt Terry Gilliam einer seiner besten Filme vor, der – anders als Munchausen oder Fear and Loathing in Las Vegas – auch dramaturgisch zu überzeugen vermag. Gilliams Film lebt von einer Liebe zu den USA, dem Land, das er verlassen hat. Diese Liebe schliesst aber Kritik nicht aus. Noah und Gunhilda, aber auch Dickens und Dell leben in einer Fantasiewelt, und dies bringt sie letztlich um – im Falle von Noah und Gunhilda auch wörtlich. "Alice in Wonderland meets Psycho", so hat Terry Gilliam seinen Film umschrieben. Das mag zu hoch gegriffen sein – und doch ist "Tideland" einer der besten Filme von Terry Gilliam, der – wie "Brazil" oder "12 Monkeys" – fantastische Welten mit einer radikalen, aber nicht masslosen Sozialkritik verbindet. Warmly recommended!
Hoffentlich bald im www.kultkino.ch
www.tidelandthemovie.com
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