MEINE TOP TEN DES JAHRES
in no particular order versteht sich...
TAKVA
EL LABERINTO DEL FAUNO
4 luni, 3 saptamani si 2 zilie
Medúzot
BRAND UPON YOUR BRAIN!
THE BAND'S VISIT
Tideland
EASTERN PROMISES
INLAND EMPIRE
TranSylvania
Wednesday, December 12, 2007
Monday, November 12, 2007
DAM und MAGHREBIKA
Pat Jabbar ist zurück – und wie! Nach Azzddine wollte sich Jabbar, der schon seit Jahren mit seinen nordafrikanisch-schweizerischen Weltmusik-Projekten weltweit als Global Player im Biz auftritt, sich zur Abwechslung mal auf ein Solo-Projekt konzentrieren. Doch schon bald wurde daraus ein Trio, bestehend aus Jabbar selbst und seinen Mitstreitern Abdelkader Belkacem und Abdelaziz Lamari, beides Algerier, die in der Schweiz leben und wirken. Bass-Guru Bill Laswell konnte wiederum als Gast-Musiker gewonnen werden, unter den anderen Gästen unter anderem die türkischsprachige HipHop-Gruppe Makale aus Basel, B-Net Marrakech aus Marokko, Youssef el Mejjad, Özgür Sakar, Bombax, Louis Cseke Lajos und viele andere. "Neftakhir" (Stolz), so der Name der CD, ist ein weiteres Meisterstück aus Pat Jabbars Secret Laboratory. Dabei ist der politische Aspekt wie immer bei Barraka wichtig... der Name Maghrebika verweist zwar auf den Maghreb (arabisch maghrib: Westen), den Westen der arabischsprachigen Welt, doch Maghrebika gehen in ihrem Approach weit über den Maghreb hinaus – wobei –ika natürlich ein westliches, romanisches Suffix ist, das auf Metallica verweist – ... was für Metallica der Metal ist für Maghrebika der Sound des Maghreb-----
Auch in anderen Teilen der Welt wird an neuen arabischsprachigen Sounds gearbeitet – so auch in Palästina/Israel. DAM – der Name steht für das hebräische Wort dam (=Blut, arabisch: damm), das arabische Wort dam (Ewigkeit) und das Akronym Da Arabian MCs – stammen aus der israelischen Stadt Lid, einer armen Industriestadt nicht unweit von Ben Gurion Airport, in dem sowohl Juden als auch Araber leben. DAM ist es dabei wichtig, ihre Botschaften auch der des arabischen nicht mächtigen Bevölkerung näherzubringen, deshalb rappen die drei MCs Tamer Nafar, Suheil Nafar und Mahmoud Jreiri nicht nur auf Arabisch, sondern auch auf Hebräisch (Ivrit). Seit 1998 sind die drei schon aktiv in der Szene, früher traten sie auch neben Subliminal auf, einem zionistischen Rapper, mit dem sie sich unterdessen verkracht haben. Doch ganz abgesehen von der Politik überzeugen DAM musikalisch, mit einer Mischung aus nahöstlicher Musik und westlichem Sound – als Gastrapper konnten sie Nikkfurie von La Caution gewinnen. DAM arbeiteten auch schon mit MBS, den algerischen Pionieren des arabischsprachigen HipHop zusammen.
Maghrebika with Bill Laswell "Neftakhir" (Barraka El Farnatshi)
Pat Jabbar ist zurück – und wie! Nach Azzddine wollte sich Jabbar, der schon seit Jahren mit seinen nordafrikanisch-schweizerischen Weltmusik-Projekten weltweit als Global Player im Biz auftritt, sich zur Abwechslung mal auf ein Solo-Projekt konzentrieren. Doch schon bald wurde daraus ein Trio, bestehend aus Jabbar selbst und seinen Mitstreitern Abdelkader Belkacem und Abdelaziz Lamari, beides Algerier, die in der Schweiz leben und wirken. Bass-Guru Bill Laswell konnte wiederum als Gast-Musiker gewonnen werden, unter den anderen Gästen unter anderem die türkischsprachige HipHop-Gruppe Makale aus Basel, B-Net Marrakech aus Marokko, Youssef el Mejjad, Özgür Sakar, Bombax, Louis Cseke Lajos und viele andere. "Neftakhir" (Stolz), so der Name der CD, ist ein weiteres Meisterstück aus Pat Jabbars Secret Laboratory. Dabei ist der politische Aspekt wie immer bei Barraka wichtig... der Name Maghrebika verweist zwar auf den Maghreb (arabisch maghrib: Westen), den Westen der arabischsprachigen Welt, doch Maghrebika gehen in ihrem Approach weit über den Maghreb hinaus – wobei –ika natürlich ein westliches, romanisches Suffix ist, das auf Metallica verweist – ... was für Metallica der Metal ist für Maghrebika der Sound des Maghreb-----
Auch in anderen Teilen der Welt wird an neuen arabischsprachigen Sounds gearbeitet – so auch in Palästina/Israel. DAM – der Name steht für das hebräische Wort dam (=Blut, arabisch: damm), das arabische Wort dam (Ewigkeit) und das Akronym Da Arabian MCs – stammen aus der israelischen Stadt Lid, einer armen Industriestadt nicht unweit von Ben Gurion Airport, in dem sowohl Juden als auch Araber leben. DAM ist es dabei wichtig, ihre Botschaften auch der des arabischen nicht mächtigen Bevölkerung näherzubringen, deshalb rappen die drei MCs Tamer Nafar, Suheil Nafar und Mahmoud Jreiri nicht nur auf Arabisch, sondern auch auf Hebräisch (Ivrit). Seit 1998 sind die drei schon aktiv in der Szene, früher traten sie auch neben Subliminal auf, einem zionistischen Rapper, mit dem sie sich unterdessen verkracht haben. Doch ganz abgesehen von der Politik überzeugen DAM musikalisch, mit einer Mischung aus nahöstlicher Musik und westlichem Sound – als Gastrapper konnten sie Nikkfurie von La Caution gewinnen. DAM arbeiteten auch schon mit MBS, den algerischen Pionieren des arabischsprachigen HipHop zusammen.
Maghrebika with Bill Laswell "Neftakhir" (Barraka El Farnatshi)
Der mit einem Grammy ausgezeichnete in Deutschland geborene Komponist und Musiker Herb Pilhofer hat Soundtracks geschrieben, war als Jazz-Pianist tätig, doch seine grosse Innovationskraft liess er vor allem in das Komponieren von Werbe-Jingles einfliessen. Diese wurden auf zwei CDs ("Musik That Works") gesammelt. Der 1977 in Lima geborene Thes One, seines Zeichens Rapper und Produzent und die eine Hälfte des Underground/Alternative Rap Duos People Under the Stairs aus LA, hat nun mit Pilhofers Erlaubnis die Highlights aus Music That Works geremixt und neu produziert. Für Beat Freaks und TripHop-Fans, FreundInnen des Easy Listening sowie Hardcore-PUTS-Heads ist die Doppel-CD "Lifestyle Marketing" (Tres/RecRec) ein wahres Fest für die Gehörgänge, das noch lange nachwirken dürfte. Auf der ersten Disc sind die neuen Tracks von Thes One zu hören, die zweite besteht aus Original-Tracks von Pilhofer.
Anders als Thes One ist Mighty Mi von The High & Mighty ausschliesslich DJ und Produzent. Mit der CD "Me Versus the Gods" (Eastern Conference/RecRec) hat er sich nun einen lange gehegten Traum erfüllt: klassische Tracks von BDP/KRS One bis Eminem zu remixen. Das Resultat lässt sich auf jeden Fall sehen, bzw. hören. Das einzige Problem dabei ist natürlich, dass die Original-Musik bei den betreffenden Stücken schon so gut und bekannt ist, dass Mighty Mi wirklich beinahe gegen die Götter zu kämpfen scheint – gegen Produzenten wie Marley Marl oder die Bomb Squad, gegen klassische Samples und Beat-Symphonien aus dem Golden Age des HipHop, gegen EPMD und Eric B & Rakim (die ihre Musik selber produziert haben). Musikalisch benützt Mighty Mi wenige Samples, was einerseits wohl an der rechtlichen Situation liegt, andererseits wohl an seinem Stil als Produzent. Einmal sampelt er gar George W. Bush und bringt die Musik aus den 80er Jahren so in einen neuen, aktuellen Kontext.
Zwei HipHop-Produzenten verfolgen eigenwillige Projekte – der eine produziert Lieblingstracks neu, der andere bricht in neue Gefilde auf. Ob diese Experimente in zehn Jahren immer noch gehört werden? Thes Ones "Lifestyle Marketing" wird sicher seine Fans finden, schwieriger wird es für Mighty Mi. Die Fans kennen die Originale schon, und er und Mr. Eon gehören so oder so zu den meistunterschätzten Namen im Underground Rap, und dies, obwohl sie schon mit Eminem und Mos Def zusammengearbeitet haben (beide übrigens sind auch auf "Me Versus the Gods" zu hören).
http://www.myspace.com/tresrecords
http://www.undergroundhiphop.com/store/detail.asp?UPC=WAX011CD
http://www.recrec.ch
http://www.putsonline.co.uk/recordsthesone.htm
Anders als Thes One ist Mighty Mi von The High & Mighty ausschliesslich DJ und Produzent. Mit der CD "Me Versus the Gods" (Eastern Conference/RecRec) hat er sich nun einen lange gehegten Traum erfüllt: klassische Tracks von BDP/KRS One bis Eminem zu remixen. Das Resultat lässt sich auf jeden Fall sehen, bzw. hören. Das einzige Problem dabei ist natürlich, dass die Original-Musik bei den betreffenden Stücken schon so gut und bekannt ist, dass Mighty Mi wirklich beinahe gegen die Götter zu kämpfen scheint – gegen Produzenten wie Marley Marl oder die Bomb Squad, gegen klassische Samples und Beat-Symphonien aus dem Golden Age des HipHop, gegen EPMD und Eric B & Rakim (die ihre Musik selber produziert haben). Musikalisch benützt Mighty Mi wenige Samples, was einerseits wohl an der rechtlichen Situation liegt, andererseits wohl an seinem Stil als Produzent. Einmal sampelt er gar George W. Bush und bringt die Musik aus den 80er Jahren so in einen neuen, aktuellen Kontext.
Zwei HipHop-Produzenten verfolgen eigenwillige Projekte – der eine produziert Lieblingstracks neu, der andere bricht in neue Gefilde auf. Ob diese Experimente in zehn Jahren immer noch gehört werden? Thes Ones "Lifestyle Marketing" wird sicher seine Fans finden, schwieriger wird es für Mighty Mi. Die Fans kennen die Originale schon, und er und Mr. Eon gehören so oder so zu den meistunterschätzten Namen im Underground Rap, und dies, obwohl sie schon mit Eminem und Mos Def zusammengearbeitet haben (beide übrigens sind auch auf "Me Versus the Gods" zu hören).
http://www.myspace.com/tresrecords
http://www.undergroundhiphop.com/store/detail.asp?UPC=WAX011CD
http://www.recrec.ch
http://www.putsonline.co.uk/recordsthesone.htm
Socalled
Yiddish World Hop!
Socalled, das ist ein Musiker aus Kanada, mit bürgerlichem Namen heisst der Mann, der zusammen mit den Hip Hop Hoodíos zur Avantgarde der jüdisch-nordamerikanischen Musik gezählt werden muss, Josh Dolgin. Einen Auszug aus dem zusammen mit Solomon veröffentlichten Album "Hip Hop Khasene" war kürzlich auf dem hervorragenden Sampler "Shtetl Superstars" zu hören. Auch die Solo-CD "Ghetto-Blaster" (Vertrieb: Rec Rec) überzeugt voll und ganz – ghetto verweist hier zwar einerseits auf das Jüdische (das ghetto war ursprünglich der Teil Venedigs, in dem die Juden leben mussten), andererseits ist es aber ein Ghetto mit sehr vielen Gästen, die in verschiedenen Sprachen singen und rappen (und insofern auf andere, moderne Ghettos verweist): jiddisch (sic!), französisch, und natürlich englisch. Eine sehr schöne Ergänzung zu dem von Yuriy Gurzhy zusammengestellten Trikont-Sampler also, zugleich aber auch ein auch sehr abwechslungsreiches Werk, vom jiddischen und serbischen Volkslied über HipHop bis zu Drum & Bass ist so ziemlich alles zu hören, was das Leben lebenswert macht. In diesem Sinne: le chájim!
Anspieltipps: "(Rock the) Belz" (lyrics in Yiddish, English and French), "You are never alone (Jewish cowboy)" , "Rece cica", "Border by mayn vayb" (rap en yiddish!)
Gäste bzw. Mitglieder: Killah Priest, Gonzales, Katie Moore, C-Rayz Walz, u.v.a.
http://www.myspace.com/socalled
http://www.recrec.ch
Yiddish World Hop!
Socalled, das ist ein Musiker aus Kanada, mit bürgerlichem Namen heisst der Mann, der zusammen mit den Hip Hop Hoodíos zur Avantgarde der jüdisch-nordamerikanischen Musik gezählt werden muss, Josh Dolgin. Einen Auszug aus dem zusammen mit Solomon veröffentlichten Album "Hip Hop Khasene" war kürzlich auf dem hervorragenden Sampler "Shtetl Superstars" zu hören. Auch die Solo-CD "Ghetto-Blaster" (Vertrieb: Rec Rec) überzeugt voll und ganz – ghetto verweist hier zwar einerseits auf das Jüdische (das ghetto war ursprünglich der Teil Venedigs, in dem die Juden leben mussten), andererseits ist es aber ein Ghetto mit sehr vielen Gästen, die in verschiedenen Sprachen singen und rappen (und insofern auf andere, moderne Ghettos verweist): jiddisch (sic!), französisch, und natürlich englisch. Eine sehr schöne Ergänzung zu dem von Yuriy Gurzhy zusammengestellten Trikont-Sampler also, zugleich aber auch ein auch sehr abwechslungsreiches Werk, vom jiddischen und serbischen Volkslied über HipHop bis zu Drum & Bass ist so ziemlich alles zu hören, was das Leben lebenswert macht. In diesem Sinne: le chájim!
Anspieltipps: "(Rock the) Belz" (lyrics in Yiddish, English and French), "You are never alone (Jewish cowboy)" , "Rece cica", "Border by mayn vayb" (rap en yiddish!)
Gäste bzw. Mitglieder: Killah Priest, Gonzales, Katie Moore, C-Rayz Walz, u.v.a.
http://www.myspace.com/socalled
http://www.recrec.ch
BALKAN BEAT BOX
Peace in the Middle East!
Balkan Beat Box aus New York waren mit ihrem genialen Track "Adir Adirim" gleich auf zwei Compilations aus dem deutschen Sprachraum vertreten – Yuriy Gurzhys/Lemez Lovas' "Shtetl Superstars" und Marianne Bernas "World Music Special Vol. 2". Gegründet wurde die Gruppe von Ori Kaplan (Gogol Bordello) und Tamir Muskat (Firewater, Big Lazy). Wie schon auf ihrem Debüt vermischen sie auch auf ihrem Zweitling – "Nu Med" (RecRec) – Electronica, Dancehall und HipHop mit der Musik des Balkans und des Nahen Ostens. "Peace in the Middle East – Paix en méditerrannée" fordern sie auf ihrer Myspace-Seite. Auch sonst sind sie ganz und gar antinationalistisch eingestellt: "I come from Middle East but belong to no country", rappt der "Digital Monkey" auf dem gleichnamigen Track. Tomer Yosef an den Vox und der Perkussion überzeugt als eine Art mediterraner Trickster, der den Mächtigen dieser Welt die Leviten liest. Das hat auch schon auf dem Erstling gut funktioniert. Diesmal allerdings sind die Vocals noch prominenter als auf dem Debüt, auch auf hebräisch und arabisch. Auf "Habibi Min Zaman" erinnert die Sängerin Dunia (= arabisch für Welt) etwas an Natacha Atlas' rapartigen Abstecher
"Bahlam".
www.balkanbeatbox.com
www.myspace.com/balkanbeatbox
Peace in the Middle East!
Balkan Beat Box aus New York waren mit ihrem genialen Track "Adir Adirim" gleich auf zwei Compilations aus dem deutschen Sprachraum vertreten – Yuriy Gurzhys/Lemez Lovas' "Shtetl Superstars" und Marianne Bernas "World Music Special Vol. 2". Gegründet wurde die Gruppe von Ori Kaplan (Gogol Bordello) und Tamir Muskat (Firewater, Big Lazy). Wie schon auf ihrem Debüt vermischen sie auch auf ihrem Zweitling – "Nu Med" (RecRec) – Electronica, Dancehall und HipHop mit der Musik des Balkans und des Nahen Ostens. "Peace in the Middle East – Paix en méditerrannée" fordern sie auf ihrer Myspace-Seite. Auch sonst sind sie ganz und gar antinationalistisch eingestellt: "I come from Middle East but belong to no country", rappt der "Digital Monkey" auf dem gleichnamigen Track. Tomer Yosef an den Vox und der Perkussion überzeugt als eine Art mediterraner Trickster, der den Mächtigen dieser Welt die Leviten liest. Das hat auch schon auf dem Erstling gut funktioniert. Diesmal allerdings sind die Vocals noch prominenter als auf dem Debüt, auch auf hebräisch und arabisch. Auf "Habibi Min Zaman" erinnert die Sängerin Dunia (= arabisch für Welt) etwas an Natacha Atlas' rapartigen Abstecher
"Bahlam".
www.balkanbeatbox.com
www.myspace.com/balkanbeatbox
LITTLE MISS SUNSHINE
Nach "Transamerica" erreicht uns ein weiteres Road Movie aus den USA, in dem die Seele der Nation liebevoll seziert wird. Und auch diesmal ist es eine Familiengeschichte, die das Regie-Duo Jonathan Dayton und Valeria Faris – auch privat ein Paar – erzählt.
Die Familie Hoover hat Probleme. Vater Richard (Greg Kinnear) will den American Dream in Form eines 9-Schritte-Programms an den Mann bringen. Sohn Dwayne (Paul Dano), Nietzsche-Fan, hat ein Schweigegelübde abgelegt, da er sich davon die Aufnahme in die Air Force Academy verspricht. Sheryls Bruder Frank (Steve Carell) ist Proust-Experte, schwul und hat soeben einen gescheiterten Suizidversuch hinter sich. Töchterchen Olive (Abigail Breslin) träumt von einer Karriere als Schönheitskönigin. Der Grossvater (Alan Arkin) wiederum stösst alle mit seinen assortierten Vulgaritäten vor den Kopf. Mutter Sheryl (Toni Collette) versucht verzweifelt, die gespaltene Familie zusammenzuhalten. Da wird Olive eingeladen, beim Schönheitswettbewerb Little Miss Sunshine in Kalifornien mitzumachen...
Was folgt, ist eine gute Stunde voller Humor und Menschlichkeit, eine amerikakritische, aber zugleich liebevolle Ode an Amerika, in dem die Träume aller in Frage gestellt werden und sie so auf den Boden der Realität zurückgeholt werden. Herrlich-peinlicher Höhepunkt ist Olives Performance beim Little Miss Sunshine-Wettbewerb... Mehr sei hier aber nicht verraten. "Little Miss Sunshine" ist eine unwiderstehliche Komödie, die sich stetig steigert. Sicherlich ist es kein Zufall, dass Jonathan Dayton und Valeria Faris – die zuerst mit ihren Videoclips für REM, die Chili Peps und Janet Jackson auf sich aufmerksam gemacht haben – den Film mit einer Hommage an den kürzlich verstorbenen Rick James beenden.
http://www2.foxsearchlight.com/littlemisssunshine/
http://en.wikipedia.org/wiki/Rick_James
Nach "Transamerica" erreicht uns ein weiteres Road Movie aus den USA, in dem die Seele der Nation liebevoll seziert wird. Und auch diesmal ist es eine Familiengeschichte, die das Regie-Duo Jonathan Dayton und Valeria Faris – auch privat ein Paar – erzählt.
Die Familie Hoover hat Probleme. Vater Richard (Greg Kinnear) will den American Dream in Form eines 9-Schritte-Programms an den Mann bringen. Sohn Dwayne (Paul Dano), Nietzsche-Fan, hat ein Schweigegelübde abgelegt, da er sich davon die Aufnahme in die Air Force Academy verspricht. Sheryls Bruder Frank (Steve Carell) ist Proust-Experte, schwul und hat soeben einen gescheiterten Suizidversuch hinter sich. Töchterchen Olive (Abigail Breslin) träumt von einer Karriere als Schönheitskönigin. Der Grossvater (Alan Arkin) wiederum stösst alle mit seinen assortierten Vulgaritäten vor den Kopf. Mutter Sheryl (Toni Collette) versucht verzweifelt, die gespaltene Familie zusammenzuhalten. Da wird Olive eingeladen, beim Schönheitswettbewerb Little Miss Sunshine in Kalifornien mitzumachen...
Was folgt, ist eine gute Stunde voller Humor und Menschlichkeit, eine amerikakritische, aber zugleich liebevolle Ode an Amerika, in dem die Träume aller in Frage gestellt werden und sie so auf den Boden der Realität zurückgeholt werden. Herrlich-peinlicher Höhepunkt ist Olives Performance beim Little Miss Sunshine-Wettbewerb... Mehr sei hier aber nicht verraten. "Little Miss Sunshine" ist eine unwiderstehliche Komödie, die sich stetig steigert. Sicherlich ist es kein Zufall, dass Jonathan Dayton und Valeria Faris – die zuerst mit ihren Videoclips für REM, die Chili Peps und Janet Jackson auf sich aufmerksam gemacht haben – den Film mit einer Hommage an den kürzlich verstorbenen Rick James beenden.
http://www2.foxsearchlight.com/littlemisssunshine/
http://en.wikipedia.org/wiki/Rick_James
Death is Not the End
"The Last Show" (Originaltitel: "A Prairie Home Companion"), das ist die fiktive Geschichte der letzten Sendung der realen Prairie Home Companion Radio-Show, die live in Minnesota aufgezeichnet wird. Eine texanische Firma, repräsentiert von Tommy Lee Jones, will nämlich das Studio in einen Parkplatz verwandeln. Die Cowboys Dusty (Woody Harrelson) und Lefty (John C. Reilly), die Schwestern Yolanda (Meryl Streep) und Rhonda (Lily Tomlin) und der Detektiv Guy Noir (Kevin Kline) – sie allen müssen sich wohl schon bald nach einem neuen Job umsehen, und doch müssen sie noch ein mal auf die Bühne und ihr Ding durchziehen.
Garrison Keilor, Mastermind der (real existierenden) Show, hat diese Story selber erfunden, das Drehbuch geschrieben und spielt sich in Robert Altmans letztem Film gleich selbst. Er wirkt dabei aber nie Fehl am Platz – im Gegenteil. Der vor einigen Monaten – genauer am 20. November des vergangenen Jahres – verstorbene Altman wurde 1925 in Kansas City geboren. Zu seinen besten Filmen gehören seine eigenwillige Hammett-Interpretation "The Long Goodbye" (), das kryptische Meisterwerk "Three Women" (1977), sein Anti-Western "McCabe & Mrs Miller" (1971) sowie in den 90er Jahren die Hollywood-Satire "The Player" (1992) und die Carver-Verfilmung "Short Cuts" (1993).
Ausserdem hat er mit "Kansas City" dem Jazz und seiner Geburtsstadt ein besonderes Denkmal errichtet. Beeindruckend ist auch sein Gespür für aktuelle Stoffe und Themen – von "M.A.S.H." (1970) bis zu "O.C. and Stiggs" (1984/1987) und "The Company" (2003) mit Neve Campbell.
"A Prairie Home Companion" ist trotzdem sein wohl bester Film aus den 00er Jahren, der zugleich durchaus typisch für den Altman-Stil gelten darf. "A Prairie Home Companion" ist nicht von ungefähr auch ein Film über den Tod, ein Film über die Nostalgie und nicht zuletzt über das Überleben. Die Show mag zwar sterben, sie lebt aber doch auf die eine oder andere Art weiter.
Rest in Peace
"The Last Show" (Originaltitel: "A Prairie Home Companion"), das ist die fiktive Geschichte der letzten Sendung der realen Prairie Home Companion Radio-Show, die live in Minnesota aufgezeichnet wird. Eine texanische Firma, repräsentiert von Tommy Lee Jones, will nämlich das Studio in einen Parkplatz verwandeln. Die Cowboys Dusty (Woody Harrelson) und Lefty (John C. Reilly), die Schwestern Yolanda (Meryl Streep) und Rhonda (Lily Tomlin) und der Detektiv Guy Noir (Kevin Kline) – sie allen müssen sich wohl schon bald nach einem neuen Job umsehen, und doch müssen sie noch ein mal auf die Bühne und ihr Ding durchziehen.
Garrison Keilor, Mastermind der (real existierenden) Show, hat diese Story selber erfunden, das Drehbuch geschrieben und spielt sich in Robert Altmans letztem Film gleich selbst. Er wirkt dabei aber nie Fehl am Platz – im Gegenteil. Der vor einigen Monaten – genauer am 20. November des vergangenen Jahres – verstorbene Altman wurde 1925 in Kansas City geboren. Zu seinen besten Filmen gehören seine eigenwillige Hammett-Interpretation "The Long Goodbye" (), das kryptische Meisterwerk "Three Women" (1977), sein Anti-Western "McCabe & Mrs Miller" (1971) sowie in den 90er Jahren die Hollywood-Satire "The Player" (1992) und die Carver-Verfilmung "Short Cuts" (1993).
Ausserdem hat er mit "Kansas City" dem Jazz und seiner Geburtsstadt ein besonderes Denkmal errichtet. Beeindruckend ist auch sein Gespür für aktuelle Stoffe und Themen – von "M.A.S.H." (1970) bis zu "O.C. and Stiggs" (1984/1987) und "The Company" (2003) mit Neve Campbell.
"A Prairie Home Companion" ist trotzdem sein wohl bester Film aus den 00er Jahren, der zugleich durchaus typisch für den Altman-Stil gelten darf. "A Prairie Home Companion" ist nicht von ungefähr auch ein Film über den Tod, ein Film über die Nostalgie und nicht zuletzt über das Überleben. Die Show mag zwar sterben, sie lebt aber doch auf die eine oder andere Art weiter.
Rest in Peace
DEATH PROOF – Not Killing Zoe
In den USA blieb Grindhouse, das vom Exploitationfilm beeinflusste Double Feature von den Herren Tarantino (Pulp Fiction, Kill Bill) und Rodriguez (El Mariachi, Sin City), kommerziell weit hinter den Erwartungen zurück. Dies ist wohl mit ein Grund für die getrennte Auswertung der zwei Features (Death Proof und Planet Terror) ausserhalb der USA.
Auf Planet Terror warten wir noch – Death Proof startet diese Woche in Basel. Der Film lebt nicht nur von der wie immer zitatfreudigen Machart, komplett mit Fehlerästhetik und einem wie immer grandiosen Soundtrack, mehr noch liest sich der Film wie ein Kommentar zu Tarantinos früheren Filmen.
Erzählt wird die Geschichte vom supernbösen Stuntman Mike , dessen Hobby darin besteht, schöne Damen (darunter Sydney Poitier, Vanessa Ferlito und Jordan Ladd) mit seinem 'death proof' Stuntmobil in die Ewigen Jagdgründe zu befördern. Doch der Wirt Warren (Quentin Tarantino) deckt seinen loyalen Kunden. Doch mit den vier Damen Abernathy (Rosario Dawson), Zoë (Zoë Bell), Lee (Mary Elizabeth Winstead) und Pam (Rose McGowan) ist nicht gut Kirschen essen...
In Wirklichkeit aber ist dieser Mike natürlich nur ein Phantom. Es geht eigentlich um diese jungen Frauen. Einmal betitelt Zoë Kim als black bitch – später entschuldigt sie sich. Das ist wohl das erste Mal bei Tarantino, dass eine Figur sich für ihre rassistische Sprache entschuldigt. Hat Spike Lee, der Tarantino für seinen Sprachgebrauch kritisiert hat, gewonnen?
Wie dem auch sei: anders als Sin City oder Kill Bill ist Death Proof nicht blank parody im Jamesonschen Sinne. Das zeigt sich exemplarisch an der Rachemotivik: während in Kill Bill die Rache als sinnvoll, letztlich sogar als gerecht dargestellt wird, wird hier die Absurdität der Genrekonventionen klar aufgezeigt.
Nichtsdestotrotz ist der Film natürlich höchst unterhaltsam, die Dialoge mögen zwar etwas allzu sehr nach déjà entendu tönen, aber bei einem selbstverliebten Burschen wie QT gehört das Selbstzitat natürlich zum Pflichtprogramm. Wir vergeben ihm also, bedanken uns für gut zwei Stunden pure Tarrantino-Madness und freuen uns auf Planet Terror sowie weitere Werke von den zwei Troublemakers aus Cali und Tejas. Órale pues...
http://us.imdb.com/title/tt1028528/
In den USA blieb Grindhouse, das vom Exploitationfilm beeinflusste Double Feature von den Herren Tarantino (Pulp Fiction, Kill Bill) und Rodriguez (El Mariachi, Sin City), kommerziell weit hinter den Erwartungen zurück. Dies ist wohl mit ein Grund für die getrennte Auswertung der zwei Features (Death Proof und Planet Terror) ausserhalb der USA.
Auf Planet Terror warten wir noch – Death Proof startet diese Woche in Basel. Der Film lebt nicht nur von der wie immer zitatfreudigen Machart, komplett mit Fehlerästhetik und einem wie immer grandiosen Soundtrack, mehr noch liest sich der Film wie ein Kommentar zu Tarantinos früheren Filmen.
Erzählt wird die Geschichte vom supernbösen Stuntman Mike , dessen Hobby darin besteht, schöne Damen (darunter Sydney Poitier, Vanessa Ferlito und Jordan Ladd) mit seinem 'death proof' Stuntmobil in die Ewigen Jagdgründe zu befördern. Doch der Wirt Warren (Quentin Tarantino) deckt seinen loyalen Kunden. Doch mit den vier Damen Abernathy (Rosario Dawson), Zoë (Zoë Bell), Lee (Mary Elizabeth Winstead) und Pam (Rose McGowan) ist nicht gut Kirschen essen...
In Wirklichkeit aber ist dieser Mike natürlich nur ein Phantom. Es geht eigentlich um diese jungen Frauen. Einmal betitelt Zoë Kim als black bitch – später entschuldigt sie sich. Das ist wohl das erste Mal bei Tarantino, dass eine Figur sich für ihre rassistische Sprache entschuldigt. Hat Spike Lee, der Tarantino für seinen Sprachgebrauch kritisiert hat, gewonnen?
Wie dem auch sei: anders als Sin City oder Kill Bill ist Death Proof nicht blank parody im Jamesonschen Sinne. Das zeigt sich exemplarisch an der Rachemotivik: während in Kill Bill die Rache als sinnvoll, letztlich sogar als gerecht dargestellt wird, wird hier die Absurdität der Genrekonventionen klar aufgezeigt.
Nichtsdestotrotz ist der Film natürlich höchst unterhaltsam, die Dialoge mögen zwar etwas allzu sehr nach déjà entendu tönen, aber bei einem selbstverliebten Burschen wie QT gehört das Selbstzitat natürlich zum Pflichtprogramm. Wir vergeben ihm also, bedanken uns für gut zwei Stunden pure Tarrantino-Madness und freuen uns auf Planet Terror sowie weitere Werke von den zwei Troublemakers aus Cali und Tejas. Órale pues...
http://us.imdb.com/title/tt1028528/
ला स्सिएंस देस रेवेस
Da ihm seine Mutter (Miou-Miou) einen tollen Job versprochen hat, macht sich der Franko-Mexikaner Stéphane (Gael García Bernal) auf in seine alte Heimat, nach Frankreich. Doch in Wirklichkeit muss der Fremde als Büro-Unterhund Kalender mühsam von Hand zusammenstellen. Stéphane verliebt sich in seine Nachbarin Stéphanie (Charlotte Gainsbourg), doch seine quälenden Selbstzweifel verunmöglichen eine normale Beziehung. Zwischen Traum und Realität, Nietzsche und Freud dämmert Stéphane vor sich hin...
Mehr noch als in seinem zweiten Langspielfilm, dem zusammen mit Drehbuchautor Charlie Kaufman ("Being John Malkovich") entwickelten "Eternal Sunshine of the Spotless Mind", sprüht "Science of Sleep" (Originaltitel: "La science des rêves") nur so vor phantastischen visuellen und sprachlichen Einfällen. Der durch seine Videoclips bekannt gewordene, 1964 in Versailles geborene Gondry übertrifft in mancher Hinsicht seine ersten zwei Spielfilme noch mit diesem multilingualen, heterogenen Meisterwerk. Machtverhältnisse des Alltags, der (auch ethnische) Aussenseiterstatus, tiefgreifende Minderwertigkeitskomplexe; das alles prägt Gondrys Film, wobei ein besonderes Augenmerk den Beziehungen zwischen Frau und Mann gilt. Patricia Arquette in "Human Nature", Jim Carrey in "Eternal Sunshine" und nun Gael García Bernal in "La science des rêves" – Gondrys (männliche Haupt-)Figuren sind Gefangene ihrer eigenen Komplexe, aber auch der widrigen Umstände. Nur der Traum, die Phantasie verspricht Rettung vor den Irrungen und Wirrungen der realen Welt. Insofern ist jeder Gondry-Film auch eine Ode an die Kraft der Phantasie. Besonders hervorzuheben sind – last but not least – die grossartigen schauspielerischen Leistungen. Alain Chabat als Stéphanes Vorgesetzter Guy ist etwas vom Witzigsten im aktuellen Kino, und sowohl García Bernal als auch Gainsbourg sind perfekt besetzt als "Kronen der Schöpfung".
http://www.lasciencedesreves-lefilm.com/sos.htm
Da ihm seine Mutter (Miou-Miou) einen tollen Job versprochen hat, macht sich der Franko-Mexikaner Stéphane (Gael García Bernal) auf in seine alte Heimat, nach Frankreich. Doch in Wirklichkeit muss der Fremde als Büro-Unterhund Kalender mühsam von Hand zusammenstellen. Stéphane verliebt sich in seine Nachbarin Stéphanie (Charlotte Gainsbourg), doch seine quälenden Selbstzweifel verunmöglichen eine normale Beziehung. Zwischen Traum und Realität, Nietzsche und Freud dämmert Stéphane vor sich hin...
Mehr noch als in seinem zweiten Langspielfilm, dem zusammen mit Drehbuchautor Charlie Kaufman ("Being John Malkovich") entwickelten "Eternal Sunshine of the Spotless Mind", sprüht "Science of Sleep" (Originaltitel: "La science des rêves") nur so vor phantastischen visuellen und sprachlichen Einfällen. Der durch seine Videoclips bekannt gewordene, 1964 in Versailles geborene Gondry übertrifft in mancher Hinsicht seine ersten zwei Spielfilme noch mit diesem multilingualen, heterogenen Meisterwerk. Machtverhältnisse des Alltags, der (auch ethnische) Aussenseiterstatus, tiefgreifende Minderwertigkeitskomplexe; das alles prägt Gondrys Film, wobei ein besonderes Augenmerk den Beziehungen zwischen Frau und Mann gilt. Patricia Arquette in "Human Nature", Jim Carrey in "Eternal Sunshine" und nun Gael García Bernal in "La science des rêves" – Gondrys (männliche Haupt-)Figuren sind Gefangene ihrer eigenen Komplexe, aber auch der widrigen Umstände. Nur der Traum, die Phantasie verspricht Rettung vor den Irrungen und Wirrungen der realen Welt. Insofern ist jeder Gondry-Film auch eine Ode an die Kraft der Phantasie. Besonders hervorzuheben sind – last but not least – die grossartigen schauspielerischen Leistungen. Alain Chabat als Stéphanes Vorgesetzter Guy ist etwas vom Witzigsten im aktuellen Kino, und sowohl García Bernal als auch Gainsbourg sind perfekt besetzt als "Kronen der Schöpfung".
http://www.lasciencedesreves-lefilm.com/sos.htm
म. निघत श्यामलां - लेडी इन थे वाटर
Mit "Lady in the Water" emanzipiert sich M. Night Shyamalan endlich vom humorlosen Duktus seiner Vorgänger – und von der Pflicht zum Twist, die er seit "The Sixth Sense" immer wieder glaubte nachkommen zu müssen.
"Lady in the Water" erzählt die Geschichte von den Wesen aus dem Wasser, die den Erdmenschen helfen müssen. Doch diese märchenhafte Mythologie ist eigentlich nur Vorwand für eine Meta-Erzählung, in der auch ein Film- und Literaturkritiker sein Fett wegkriegt. Paul Giammati spielt den seit dem Tod seiner Familie als Hauswart wirkenden ...
da entdeckt er im Pool eine schöne Fremde, die sich schon bald als Wesen aus einer anderen Welt entpuppt. Zusammen mit den anderen Bewohnern im Haus versuchen sie nun, die rätselhafte Botschafterin zu retten und ihr die Rückkehr in ihre Welt zu ermöglichen.
Der 1970 in Pondicherry als Manoj Nelliattu Shyamalan geborene Shyamalan hatte schon immer eine Vorliebe für das Übersinnliche, doch sein Erfolgsrezept wurde so oft kopiert, dass die Filme des vermeintlich innovativen Jungregisseurs aus Hollywood schon bald nur noch abgelutscht wirkten. Mal abgesehen von Samuel L. Jacksons Meta-Superbösewicht in "Unbreakable" hat sich Shyamalan dabei leider ganz und gar auf psychisch irgendwie labile Weisse und ihre Wahnvorstellungen von Aliens ("Signs"), der guten alten Zeit ("The Village") und verflossenen Liebschaften ("The Sixth Sense") konzentriert. In "Lady in the Water" gönnt sich Shyamalan nun zum ersten Mal seit seinem Erstlingsfilm "Praying with Anger" eine grössere Rolle. Die 'ethnischen' Charaktere werden dabei nicht auf den Humorfaktor reduziert, sondern sie sind es, die den Film – und die "Lady" – am Leben erhalten.
Mit "Lady in the Water" emanzipiert sich M. Night Shyamalan endlich vom humorlosen Duktus seiner Vorgänger – und von der Pflicht zum Twist, die er seit "The Sixth Sense" immer wieder glaubte nachkommen zu müssen.
"Lady in the Water" erzählt die Geschichte von den Wesen aus dem Wasser, die den Erdmenschen helfen müssen. Doch diese märchenhafte Mythologie ist eigentlich nur Vorwand für eine Meta-Erzählung, in der auch ein Film- und Literaturkritiker sein Fett wegkriegt. Paul Giammati spielt den seit dem Tod seiner Familie als Hauswart wirkenden ...
da entdeckt er im Pool eine schöne Fremde, die sich schon bald als Wesen aus einer anderen Welt entpuppt. Zusammen mit den anderen Bewohnern im Haus versuchen sie nun, die rätselhafte Botschafterin zu retten und ihr die Rückkehr in ihre Welt zu ermöglichen.
Der 1970 in Pondicherry als Manoj Nelliattu Shyamalan geborene Shyamalan hatte schon immer eine Vorliebe für das Übersinnliche, doch sein Erfolgsrezept wurde so oft kopiert, dass die Filme des vermeintlich innovativen Jungregisseurs aus Hollywood schon bald nur noch abgelutscht wirkten. Mal abgesehen von Samuel L. Jacksons Meta-Superbösewicht in "Unbreakable" hat sich Shyamalan dabei leider ganz und gar auf psychisch irgendwie labile Weisse und ihre Wahnvorstellungen von Aliens ("Signs"), der guten alten Zeit ("The Village") und verflossenen Liebschaften ("The Sixth Sense") konzentriert. In "Lady in the Water" gönnt sich Shyamalan nun zum ersten Mal seit seinem Erstlingsfilm "Praying with Anger" eine grössere Rolle. Die 'ethnischen' Charaktere werden dabei nicht auf den Humorfaktor reduziert, sondern sie sind es, die den Film – und die "Lady" – am Leben erhalten.
LAKSHYA - erste DVD aus dem Hause Cinedrome
लक्ष्य - एर्स्ते डीवीडी ओस डेम हौस सिनेद्रोमे
Der junge Karan Shergill lebt vor sich hin, ohne Ziel (laksh) und mit wenig Motivation. Schliesslich entscheidet er sich für eine Laufbahn in der Armee – womit er alle überrumpelt, nicht zuletzt seine Freundin Romi. Als er frühzeitig entlassen wird, will die schöne Romi nichts mehr von ihm wissen. Enttäuscht kehrt er in die Army zurück. Als er zurückkommt, als echter Officer der Army, ist aber seine Romi, eine bekannte Fernsehjournalistin, bereits mit einem anderen liiert, und zu allem Überfluss ruft die Pflicht...
"Lakshya" ist zwar eindeutig ein Bollywood-Film, ein Hindi Movie mit all den typischen Zutaten: den Songs, der Liebe, dem Drama. Melodramatisch im besten und ursprünglichen Sinne des Wortes. Und doch hat der Film etwas, was ihn von anderen Genre-Filmen aus der grössten Traumfabrik der Welt unterscheidet: die Darstellung des Lebens im Militär zeichnet sich durch einen gewissen Realismus aus, das Frauenbild ist verglichen mit anderen Filmen geradezu progressiv, und der Soundtrack glänzt mit vielen innovativ eingesetzten Einflüssen aus westlichen Rock und Funk. Javed Akhtar, der mit dem verstorbenen Nusrat Fateh Ali Khan zusammengearbeitet hat, ist für die Lyrics und das Drehbuch verantwortlich, Farhan Akhtar ("Dil Chahta Hai") fungiert als Regisseur, für die Kameraarbeit zeichnet der deutsche Christopher Popp verantwortlich. In Nebenrollen sind unter anderem Amitabh Bachchan und Om Puri zu sehen.
Der Schweizer Verleih Cinedrome, der sich auf Hindi Movies spezialisiert hat, hat den Film nun auf DVD herausgebracht, in einer Doppel-Edition mit einem sehr ausführlichen und informativen, Song Promos, Trailer, Teaser und einem Making Of des Songs "Main Aisa Kyon Hoon". Die DVD bietet zudem drei Untertitelspuren (deutsch, französisch, italienisch) sowie die synchronisierte deutsche Tonspur.
लक्ष्य - एर्स्ते डीवीडी ओस डेम हौस सिनेद्रोमे
Der junge Karan Shergill lebt vor sich hin, ohne Ziel (laksh) und mit wenig Motivation. Schliesslich entscheidet er sich für eine Laufbahn in der Armee – womit er alle überrumpelt, nicht zuletzt seine Freundin Romi. Als er frühzeitig entlassen wird, will die schöne Romi nichts mehr von ihm wissen. Enttäuscht kehrt er in die Army zurück. Als er zurückkommt, als echter Officer der Army, ist aber seine Romi, eine bekannte Fernsehjournalistin, bereits mit einem anderen liiert, und zu allem Überfluss ruft die Pflicht...
"Lakshya" ist zwar eindeutig ein Bollywood-Film, ein Hindi Movie mit all den typischen Zutaten: den Songs, der Liebe, dem Drama. Melodramatisch im besten und ursprünglichen Sinne des Wortes. Und doch hat der Film etwas, was ihn von anderen Genre-Filmen aus der grössten Traumfabrik der Welt unterscheidet: die Darstellung des Lebens im Militär zeichnet sich durch einen gewissen Realismus aus, das Frauenbild ist verglichen mit anderen Filmen geradezu progressiv, und der Soundtrack glänzt mit vielen innovativ eingesetzten Einflüssen aus westlichen Rock und Funk. Javed Akhtar, der mit dem verstorbenen Nusrat Fateh Ali Khan zusammengearbeitet hat, ist für die Lyrics und das Drehbuch verantwortlich, Farhan Akhtar ("Dil Chahta Hai") fungiert als Regisseur, für die Kameraarbeit zeichnet der deutsche Christopher Popp verantwortlich. In Nebenrollen sind unter anderem Amitabh Bachchan und Om Puri zu sehen.
Der Schweizer Verleih Cinedrome, der sich auf Hindi Movies spezialisiert hat, hat den Film nun auf DVD herausgebracht, in einer Doppel-Edition mit einem sehr ausführlichen und informativen, Song Promos, Trailer, Teaser und einem Making Of des Songs "Main Aisa Kyon Hoon". Die DVD bietet zudem drei Untertitelspuren (deutsch, französisch, italienisch) sowie die synchronisierte deutsche Tonspur.
MARY - Abel Ferrara
Soeben wurde Forrest Whitaker für seine Darstellung des Idi Amin in "Last King of Scotland" einen Oscar erhalten. In der Romandie war er vor einiger Zeit in Abel Ferraras letztem Film "Mary" zu sehen. Ein Bijoux, das dem Deutschschweizer Publikum vom Verleih leider vorenthalten wurde. "Mary" ist einer von Ferraras besten Filmen, und wie Martin Scorsese (der endlich mit einem Oscar ausgezeichnet wurde) hat er sich für "Mary" auf seine katholischen Wurzeln besonnen.
In "Mary", der nun auf DVD erhältlich ist (allerdings nur mit französischen bzw. italienischen Untertiteln, die deutschsprachige DVD ist angekündigt) spielt Forrest Whitaker ("Ghost Dog") einen TV-Journalisten, der eine Serie über das Christentum moderiert und daneben seine Frau (Heather Graham) sträflich vernachlässigt. Er wird von Schuldgefühlen geplagt, ähnlich Harvey Keitel in "Bad Lieutenant". Matthew Modine ist als Regisseur zu sehen, der – mit Juliette Binoche in der Rolle als Maria Magdalena – einen Film über Jesus Christus dreht. Marie Palesi (Binoche) macht sich auf nach Jerusalem, auf der Suche nach Christus. Schliesslich kommt es zum Eklat, als Regisseur Childress in Youngers Show auf seine Schauspielerin trifft...
"Mary" ist auf jeden Fall einer der Filme, der am adäquatesten umgeht mit dem Thema Religion, da er erst gar nicht versucht, die damalige Realität darzustellen, sondern diese nur in Form eines Meta-Films erscheinen lässt, der zudem mit Interviews mit Geistlichen und Forschern konterkariert wird. Die Vermischung zwischen Realität und Fiktion, die fliessenden Grenzen auch, werden hier – wie schon in "New Rose Hotel" und "Snake Eyes" – erneut auf die Spitze getrieben. "Mary" erweist sich schliesslich als der wahre Da Vinci Code, als Film, der Maria Magdalena reevaluiert und zugleich auf die jüdischen Wurzeln des Christentums verweist.
Ferraras Umgang mit der Realität, seine Inszenierung von verschiedenen Ebenen der Realität ist etwas vom Besten, dass das zeitgenössische Kino zu bieten hat. "Mary", das ist karnevalesk im Bachtinschen Sinne, ein echt dialogisches Werk, das viele Fragen offen lässt und nie vorgibt (à la Mel Gibson), einfach die Realität abzubilden.
Ferrara erweist sich als eine Art postmoderner Aufklärer mit katholischem Background. Wer weiss, vielleicht wird auch sein Werk eines Tages noch mit einem Oscar gewürdigt. Verdient hätte er es.
Soeben wurde Forrest Whitaker für seine Darstellung des Idi Amin in "Last King of Scotland" einen Oscar erhalten. In der Romandie war er vor einiger Zeit in Abel Ferraras letztem Film "Mary" zu sehen. Ein Bijoux, das dem Deutschschweizer Publikum vom Verleih leider vorenthalten wurde. "Mary" ist einer von Ferraras besten Filmen, und wie Martin Scorsese (der endlich mit einem Oscar ausgezeichnet wurde) hat er sich für "Mary" auf seine katholischen Wurzeln besonnen.
In "Mary", der nun auf DVD erhältlich ist (allerdings nur mit französischen bzw. italienischen Untertiteln, die deutschsprachige DVD ist angekündigt) spielt Forrest Whitaker ("Ghost Dog") einen TV-Journalisten, der eine Serie über das Christentum moderiert und daneben seine Frau (Heather Graham) sträflich vernachlässigt. Er wird von Schuldgefühlen geplagt, ähnlich Harvey Keitel in "Bad Lieutenant". Matthew Modine ist als Regisseur zu sehen, der – mit Juliette Binoche in der Rolle als Maria Magdalena – einen Film über Jesus Christus dreht. Marie Palesi (Binoche) macht sich auf nach Jerusalem, auf der Suche nach Christus. Schliesslich kommt es zum Eklat, als Regisseur Childress in Youngers Show auf seine Schauspielerin trifft...
"Mary" ist auf jeden Fall einer der Filme, der am adäquatesten umgeht mit dem Thema Religion, da er erst gar nicht versucht, die damalige Realität darzustellen, sondern diese nur in Form eines Meta-Films erscheinen lässt, der zudem mit Interviews mit Geistlichen und Forschern konterkariert wird. Die Vermischung zwischen Realität und Fiktion, die fliessenden Grenzen auch, werden hier – wie schon in "New Rose Hotel" und "Snake Eyes" – erneut auf die Spitze getrieben. "Mary" erweist sich schliesslich als der wahre Da Vinci Code, als Film, der Maria Magdalena reevaluiert und zugleich auf die jüdischen Wurzeln des Christentums verweist.
Ferraras Umgang mit der Realität, seine Inszenierung von verschiedenen Ebenen der Realität ist etwas vom Besten, dass das zeitgenössische Kino zu bieten hat. "Mary", das ist karnevalesk im Bachtinschen Sinne, ein echt dialogisches Werk, das viele Fragen offen lässt und nie vorgibt (à la Mel Gibson), einfach die Realität abzubilden.
Ferrara erweist sich als eine Art postmoderner Aufklärer mit katholischem Background. Wer weiss, vielleicht wird auch sein Werk eines Tages noch mit einem Oscar gewürdigt. Verdient hätte er es.
SUPERMAN RETURNS
Singers Retro-Evangelium
In «Kill Bill Volume II» erzählt Bill (David Carradine) seiner aufmüpfigen Schülerin (Uma Thurman), wie sehr er sich für die faszinierende Welt der Superhelden interessiert. Besonders Superman hat es ihm angetan – dieser sei nämlich im Gegensatz zu seinen Superkollegen in Wirklichkeit Superman und nicht etwa alter ego Clark Kent. Peter Parker hingegen sei in Wirklichkeit eben Peter Parker und nicht Spiderman. Bruce Wayne ist wirklich Millionär und Playboy Wayne, nicht Batman. Was Bill aber verschweigt: in Wirklichkeit ist Superman Kal-El (frühere Schreibung: Kal-L), Sohn des Jor-El, eines (aus Erdenperspektive) ausserirdischen Wesens.
Superman, der erste Superheld überhaupt, ist insofern der Fremdeste aller Superhelden, ist er doch eben wirklich ein alien, ein space alien sogar, ein Fremdling aus dem All. Diese Fremdheit ist sicherlich einerseits allen Superhelden gemein – auf die Spitze getrieben von den Mutanten, den X-Men. Der Held als Aussenseiter – hier wird auch klar, das sich Superhelden fundamental unterscheiden von traditionelleren Heldenfiguren wie Sherlock Holmes, Old Shatterhand oder James Bond.
Jerry Siegel und Joe Shuster, die Superman anno 1938 zum comicsliterarischen Leben erweckten, waren beide Nordamerikaner mit jüdischen Wurzeln. Die biblischen Anspielungen in der Superman-Mythologie wurde schon auf diese Genealogie zurückgeführt, ebenso der Aussenseiterstatus von Clark Kent/Superman. Vielleicht auch deshalb muss Superman von blassen Schauspielern wie Christopher Reeves oder Brandon Routh (in Bryan Singers neuem Film) dargestellt werden. Fremd ist er ja schon, aber seine eigene alien-ness soll ja nicht noch stärker betont werden – schliesslich ist er one of the good guys. Interessanterweise heisst sein Gegenspieler Lex Luthor – Luthor wie Luther, Lex wie Alexander der Grosse? Anders als andere Superbösewichter ist Lux Luthor allerdings nicht eindeutig ethnisch markiert. Immerhin heisst seine Geliebte (Parker Posey) Kowalski. Lois Lane (Kate Bosworth) hat wiederum einen biblischen Vornamen.
Bryan Singer («The Usual Suspects » , «X-Men» ) durfte Superman und Lex Luthor wieder zum Leben erwecken – gewidmet ist «Superman Returns» , wie der Film heisst, notabene keinem geringeren als Christopher Reeve. Brandon Rouths berühmter Vorgänger wurde allerdings nicht unbedingt durch seine schauspielerischen Fähigkeiten berühmt – eher schon durch seinen Kampf gegen die Querschnittlähmung. Allerdings hat es eine gewisse Logik, das mit Routh auch diesmal ein no name die Rolle des Superman übernimmt. Kevin Spacey, der schon in «The Usual Suspects» als sinistrer Verbal Kint brillierte, darf als Lex Luthor alle Register des Bösen ziehen.
Wie Comicskünstler John Byrne durfte Filmregisseur Singer nach den X-Men (die aus dem Marvel-Kosmos stammen) Superman (der Teil des DC-Kosmos ist) inszenieren. Und wie Byrne hat er das mit viel Respekt für das Original gemacht – wobei Original bei einer Endlosserie wie Superman natürlich ein nicht ganz unproblematischer Begriff ist. Wenn Bill bei Tarantino behauptet, Superman sei «not particularly well drawn», dann drängt sich die Frage auf, welchen Superman denn damit gemeint sein soll.
Singer hatte dabei natürlich den Superman der Verfilmungen mit Christopher Reeve vor Augen – nicht unbedingt den politischen Superman eines John Byrne. Wenn man als Ausgangspunkt die Filme mit Reeve nimmt, dann gibt es in Singers Film einiges wiederzuentdecken. Allerdings verweist Singer auch auf seine eigenen Filme sowie auf Kubricks «2001» . Die Filmmusik stammt wie immer von Singers Hauskomponisten John Ottman. Freunde des Genres werden wohl in «Superman Returns» Singers besten Film seit «The Usual Suspects» entdecken.
Singers Retro-Evangelium
In «Kill Bill Volume II» erzählt Bill (David Carradine) seiner aufmüpfigen Schülerin (Uma Thurman), wie sehr er sich für die faszinierende Welt der Superhelden interessiert. Besonders Superman hat es ihm angetan – dieser sei nämlich im Gegensatz zu seinen Superkollegen in Wirklichkeit Superman und nicht etwa alter ego Clark Kent. Peter Parker hingegen sei in Wirklichkeit eben Peter Parker und nicht Spiderman. Bruce Wayne ist wirklich Millionär und Playboy Wayne, nicht Batman. Was Bill aber verschweigt: in Wirklichkeit ist Superman Kal-El (frühere Schreibung: Kal-L), Sohn des Jor-El, eines (aus Erdenperspektive) ausserirdischen Wesens.
Superman, der erste Superheld überhaupt, ist insofern der Fremdeste aller Superhelden, ist er doch eben wirklich ein alien, ein space alien sogar, ein Fremdling aus dem All. Diese Fremdheit ist sicherlich einerseits allen Superhelden gemein – auf die Spitze getrieben von den Mutanten, den X-Men. Der Held als Aussenseiter – hier wird auch klar, das sich Superhelden fundamental unterscheiden von traditionelleren Heldenfiguren wie Sherlock Holmes, Old Shatterhand oder James Bond.
Jerry Siegel und Joe Shuster, die Superman anno 1938 zum comicsliterarischen Leben erweckten, waren beide Nordamerikaner mit jüdischen Wurzeln. Die biblischen Anspielungen in der Superman-Mythologie wurde schon auf diese Genealogie zurückgeführt, ebenso der Aussenseiterstatus von Clark Kent/Superman. Vielleicht auch deshalb muss Superman von blassen Schauspielern wie Christopher Reeves oder Brandon Routh (in Bryan Singers neuem Film) dargestellt werden. Fremd ist er ja schon, aber seine eigene alien-ness soll ja nicht noch stärker betont werden – schliesslich ist er one of the good guys. Interessanterweise heisst sein Gegenspieler Lex Luthor – Luthor wie Luther, Lex wie Alexander der Grosse? Anders als andere Superbösewichter ist Lux Luthor allerdings nicht eindeutig ethnisch markiert. Immerhin heisst seine Geliebte (Parker Posey) Kowalski. Lois Lane (Kate Bosworth) hat wiederum einen biblischen Vornamen.
Bryan Singer («The Usual Suspects » , «X-Men» ) durfte Superman und Lex Luthor wieder zum Leben erwecken – gewidmet ist «Superman Returns» , wie der Film heisst, notabene keinem geringeren als Christopher Reeve. Brandon Rouths berühmter Vorgänger wurde allerdings nicht unbedingt durch seine schauspielerischen Fähigkeiten berühmt – eher schon durch seinen Kampf gegen die Querschnittlähmung. Allerdings hat es eine gewisse Logik, das mit Routh auch diesmal ein no name die Rolle des Superman übernimmt. Kevin Spacey, der schon in «The Usual Suspects» als sinistrer Verbal Kint brillierte, darf als Lex Luthor alle Register des Bösen ziehen.
Wie Comicskünstler John Byrne durfte Filmregisseur Singer nach den X-Men (die aus dem Marvel-Kosmos stammen) Superman (der Teil des DC-Kosmos ist) inszenieren. Und wie Byrne hat er das mit viel Respekt für das Original gemacht – wobei Original bei einer Endlosserie wie Superman natürlich ein nicht ganz unproblematischer Begriff ist. Wenn Bill bei Tarantino behauptet, Superman sei «not particularly well drawn», dann drängt sich die Frage auf, welchen Superman denn damit gemeint sein soll.
Singer hatte dabei natürlich den Superman der Verfilmungen mit Christopher Reeve vor Augen – nicht unbedingt den politischen Superman eines John Byrne. Wenn man als Ausgangspunkt die Filme mit Reeve nimmt, dann gibt es in Singers Film einiges wiederzuentdecken. Allerdings verweist Singer auch auf seine eigenen Filme sowie auf Kubricks «2001» . Die Filmmusik stammt wie immer von Singers Hauskomponisten John Ottman. Freunde des Genres werden wohl in «Superman Returns» Singers besten Film seit «The Usual Suspects» entdecken.
थे देपर्तेद - मार्टिन Scorsese
"I don't want to be a product of my environment. I want my environment to be a product of me. Years ago we had the church. That was only a way of saying - we had each other. The Knights of Columbus were real head-breakers; true guineas. They took over their piece of the city. Twenty years after an Irishman couldn't get a fucking job, we had the presidency. May rest in peace. That's what the niggers don't realize.
If I got one thing against the black chappies, it's this - no one gives it to you. You have to take it." (zitiert nach www.imdb.com) - Mit diesen Worten beginnt Martin Scorseses brillanter neuer Film, THE DEPARTED. Jack Nicholson ist es, der diese Zeilen spricht, er spielt einen grandiosen Gangster, einen Amerikaner irischer Herkunft namens Costello (sein Name erinnert an einen italoamerikanischen Gangster, der eigentlich Castiglione hiess, sich aber den irischen Namen Costello gab). Der gesamte Rassismus, die Ressentiments, mit denen sich Minderheiten von anderen Minderheiten abgrenzen, kommen in diesen Worten zum Ausdruck. Mehr
noch: es ist die Hackordnung nach Pigment, die in den USA – und zweifellos vielen anderen Nationen – nach wie vor eine herausragende Rolle spielt. Ob Costello mit den "Knights of Columbus" die gleichnamige katholische Organisation meint oder gar auf die Geschichte der Italiener in Amerika an sich verweist – auf jeden Fall sind die Italiener "true guineas", aber eben auch Weisse, und als solche respektiert Costello sie, obwohl das Wort "guinea" nicht sonderlich schmeichelhaft ist und mit "Itaker, Tschingg" übersetzt werden kann. Die Schwarzen hingegen, die er mit dem tabuisierten N-word und dem patronisierenden "black chappies" bezeichnet, sind einfach nur faule Säcke in Costellos Imagination. Ein rassistischer Topos wird hier heraufbeschwört, ein Topos, der die Sklaverei nicht erwähnt, aber geradezu rechtfertigt und die tatsächliche Diskriminierung der Afroamerikaner verleugnet.
Dieser Einstieg in Scorseses besten Film seit Jahren deutet schon an, dass es in "The Departed" nicht zuletzt um handfeste politische Prozesse, Monahans Drehbuch erwähnt unter anderem den Patriot Act, und immer wieder kommt es zurück zur galoppierenden Homophobie der Protagonisten. Ein asiatischer Ladeninhaber sieht, wie Costigan (Di Caprio) zwei Italoamerikaner in seinem Laden zusammenschlägt; hilflos muss er zusehen, wie Costigan dabei auch seinen Laden zertrümmert, und er fragt Costigan und die zwei Italoamerikaner: "Warum hasst ihr einander so?"
Die Angst vor Schwulen ist auch eine Angst vor dem Fremden an sich, vor anderen Lebensentwürfen, die Costellos Hegemonie in Frage stellen. Die Angst vor dem eigenen Untergang. Der Zusammenhang zwischen Sexismus und Rassismus ist zwar nicht sonderlich originell, aber es ist Scorsese hoch anzurechnen, dass er nach seinem verharmlosenden "Aviator" einen so dezidiert politischen Film nachliefert. Die Geschichte ist an sich ein Remake von "Infernal Affairs" (Regie: Wai Keung Lau, Siu Fai Maak), einem Gangster-Hit aus Hong Kong. Scorsese und Drehbuchautor Monahan machen daraus einen echt amerikanischen Film, so amerikanisch wie "Taxi Driver" und "Good Fellas". Die Geschichte von den zwei Cops – dem falschen Cop (Matt Damon), dem echten Cop (Leonardo Di Caprio), der sich als echter Gangster ausgibt und der Frau zwischen ihnen ist dabei zwar nicht nebensächlich, aber doch weniger aussagekräftig als das Verhältnis von Übervater Costello zu den zwei Cops – und die sexistischen und rassistischen "slurs". Der Humor des Film steht einem Sacha Baron Cohen in nichts nach, und hier wie bei "Borat" ist zu befürchten, dass ein Grossteil des Publikums nicht realisiert, dass der Film gegen Rassismus und Sexismus ist.
http://www.imdb.com/title/tt0407887/
"I don't want to be a product of my environment. I want my environment to be a product of me. Years ago we had the church. That was only a way of saying - we had each other. The Knights of Columbus were real head-breakers; true guineas. They took over their piece of the city. Twenty years after an Irishman couldn't get a fucking job, we had the presidency. May rest in peace. That's what the niggers don't realize.
If I got one thing against the black chappies, it's this - no one gives it to you. You have to take it." (zitiert nach www.imdb.com) - Mit diesen Worten beginnt Martin Scorseses brillanter neuer Film, THE DEPARTED. Jack Nicholson ist es, der diese Zeilen spricht, er spielt einen grandiosen Gangster, einen Amerikaner irischer Herkunft namens Costello (sein Name erinnert an einen italoamerikanischen Gangster, der eigentlich Castiglione hiess, sich aber den irischen Namen Costello gab). Der gesamte Rassismus, die Ressentiments, mit denen sich Minderheiten von anderen Minderheiten abgrenzen, kommen in diesen Worten zum Ausdruck. Mehr
noch: es ist die Hackordnung nach Pigment, die in den USA – und zweifellos vielen anderen Nationen – nach wie vor eine herausragende Rolle spielt. Ob Costello mit den "Knights of Columbus" die gleichnamige katholische Organisation meint oder gar auf die Geschichte der Italiener in Amerika an sich verweist – auf jeden Fall sind die Italiener "true guineas", aber eben auch Weisse, und als solche respektiert Costello sie, obwohl das Wort "guinea" nicht sonderlich schmeichelhaft ist und mit "Itaker, Tschingg" übersetzt werden kann. Die Schwarzen hingegen, die er mit dem tabuisierten N-word und dem patronisierenden "black chappies" bezeichnet, sind einfach nur faule Säcke in Costellos Imagination. Ein rassistischer Topos wird hier heraufbeschwört, ein Topos, der die Sklaverei nicht erwähnt, aber geradezu rechtfertigt und die tatsächliche Diskriminierung der Afroamerikaner verleugnet.
Dieser Einstieg in Scorseses besten Film seit Jahren deutet schon an, dass es in "The Departed" nicht zuletzt um handfeste politische Prozesse, Monahans Drehbuch erwähnt unter anderem den Patriot Act, und immer wieder kommt es zurück zur galoppierenden Homophobie der Protagonisten. Ein asiatischer Ladeninhaber sieht, wie Costigan (Di Caprio) zwei Italoamerikaner in seinem Laden zusammenschlägt; hilflos muss er zusehen, wie Costigan dabei auch seinen Laden zertrümmert, und er fragt Costigan und die zwei Italoamerikaner: "Warum hasst ihr einander so?"
Die Angst vor Schwulen ist auch eine Angst vor dem Fremden an sich, vor anderen Lebensentwürfen, die Costellos Hegemonie in Frage stellen. Die Angst vor dem eigenen Untergang. Der Zusammenhang zwischen Sexismus und Rassismus ist zwar nicht sonderlich originell, aber es ist Scorsese hoch anzurechnen, dass er nach seinem verharmlosenden "Aviator" einen so dezidiert politischen Film nachliefert. Die Geschichte ist an sich ein Remake von "Infernal Affairs" (Regie: Wai Keung Lau, Siu Fai Maak), einem Gangster-Hit aus Hong Kong. Scorsese und Drehbuchautor Monahan machen daraus einen echt amerikanischen Film, so amerikanisch wie "Taxi Driver" und "Good Fellas". Die Geschichte von den zwei Cops – dem falschen Cop (Matt Damon), dem echten Cop (Leonardo Di Caprio), der sich als echter Gangster ausgibt und der Frau zwischen ihnen ist dabei zwar nicht nebensächlich, aber doch weniger aussagekräftig als das Verhältnis von Übervater Costello zu den zwei Cops – und die sexistischen und rassistischen "slurs". Der Humor des Film steht einem Sacha Baron Cohen in nichts nach, und hier wie bei "Borat" ist zu befürchten, dass ein Grossteil des Publikums nicht realisiert, dass der Film gegen Rassismus und Sexismus ist.
http://www.imdb.com/title/tt0407887/
ज्वार्त्बोएक - पॉल वेर्होएवें
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs ist die jüdische Niederländerin Rachel Steinn unter dem Namen Ellis de Vries untergetaucht. Dabei lernt sie erst die christliche Intoleranz einer Bauernfamilie kennen. Bald schon aber fällt der Hof aber einer Bombardierung durch die Nazis zum Opfer. Ellis muss sich einen neuen Unterschlupf suchen...
Paul Verhoeven kehrt mit "Black Book" mehr als 20 Jahre nach seinem letzten niederländischen Film zurück in seine Heimat – und wie! "Black Book" ist nicht der erste Film von Verhoeven, der zur Zeit der NS-Besatzung seiner Heimat spielt – schon in "Soldaat van Oranje" hat Verhoeven versucht, dieses Thema tabulos und provokativ anzugehen. "Black Book" ist dabei ein konventionelle gemachter, aber natürlich sehr unterhaltsamer Film, der – noblesse oblige – zartbesaiteten Gemütern nicht ans Herz gelegt werden soll. Im Gegenteil, Sex, Gewalt und auch eine tüchtige Portion Klischees gehören eben nun mal zum Verhoevenschen Kosmos. Trotzdem ist "Zwartboek", wie der Film im Original heisst, auch ein wichtiger Beitrag zur europäischen Vergangenheitsbewältigung. En détail mag der Film vielleicht nicht restlos zu überzeugen, aber es ist gerade die Ambivalenz und die Spannung, die auch "Zwartboek" vor dem Mittelmass rettet. Und die Ambivalenz zeichnet ja nicht zuletzt Verhoevens gesamtes Oeuvre aus, von seinen frühen niederländischen Filmen wie "Turks Fruit" (1973) und "Keetje Tippel" (1975) über Hollywood-Blockbuster wie "Robocop" (1987) und "Basic Instinct" (1992). In seiner Heinlein-Verfilmung "Starship Troopers" ging Verhoeven gar so weit, dass er seine SchauspielerInnen gar nicht sagte, was er denn mit der Verfilmung berühmten SF-Romans bezwecke. Später hat er dann das Publikum bereitwillig aufgeklärt, so auch auf dem DVD-Kommentar, in dem er klar sagt: "war makes fascists of us all". Gerade diese Botschaft kommt auch in "Zwartboek" nicht zu kurz. Am Schluss jagen alle Ellis: der Widerstand ebenso wie Wendehälse. Nicht zuletzt ist der Film auch eine gelungene Kritik an Fundamentalismen jeglicher Couleur.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs ist die jüdische Niederländerin Rachel Steinn unter dem Namen Ellis de Vries untergetaucht. Dabei lernt sie erst die christliche Intoleranz einer Bauernfamilie kennen. Bald schon aber fällt der Hof aber einer Bombardierung durch die Nazis zum Opfer. Ellis muss sich einen neuen Unterschlupf suchen...
Paul Verhoeven kehrt mit "Black Book" mehr als 20 Jahre nach seinem letzten niederländischen Film zurück in seine Heimat – und wie! "Black Book" ist nicht der erste Film von Verhoeven, der zur Zeit der NS-Besatzung seiner Heimat spielt – schon in "Soldaat van Oranje" hat Verhoeven versucht, dieses Thema tabulos und provokativ anzugehen. "Black Book" ist dabei ein konventionelle gemachter, aber natürlich sehr unterhaltsamer Film, der – noblesse oblige – zartbesaiteten Gemütern nicht ans Herz gelegt werden soll. Im Gegenteil, Sex, Gewalt und auch eine tüchtige Portion Klischees gehören eben nun mal zum Verhoevenschen Kosmos. Trotzdem ist "Zwartboek", wie der Film im Original heisst, auch ein wichtiger Beitrag zur europäischen Vergangenheitsbewältigung. En détail mag der Film vielleicht nicht restlos zu überzeugen, aber es ist gerade die Ambivalenz und die Spannung, die auch "Zwartboek" vor dem Mittelmass rettet. Und die Ambivalenz zeichnet ja nicht zuletzt Verhoevens gesamtes Oeuvre aus, von seinen frühen niederländischen Filmen wie "Turks Fruit" (1973) und "Keetje Tippel" (1975) über Hollywood-Blockbuster wie "Robocop" (1987) und "Basic Instinct" (1992). In seiner Heinlein-Verfilmung "Starship Troopers" ging Verhoeven gar so weit, dass er seine SchauspielerInnen gar nicht sagte, was er denn mit der Verfilmung berühmten SF-Romans bezwecke. Später hat er dann das Publikum bereitwillig aufgeklärt, so auch auf dem DVD-Kommentar, in dem er klar sagt: "war makes fascists of us all". Gerade diese Botschaft kommt auch in "Zwartboek" nicht zu kurz. Am Schluss jagen alle Ellis: der Widerstand ebenso wie Wendehälse. Nicht zuletzt ist der Film auch eine gelungene Kritik an Fundamentalismen jeglicher Couleur.
Monday, October 29, 2007
Tideland
Kongeniale Literaturverfilmung von Terry Gilliam
Jeliza-Rose (Jodelle Ferland) hat Eltern, die ganz anders sind als andere Eltern. Noah und Queen Gunhilda, dargestellt von Jeff Bridges ("The Big Lebowski") und Jennifer Tilly ("Bound"), sind beide Junkies. Bald schon segnet Letztere das Zeitliche. Noah reist mit seinem Töchterchen gen Süden. Doch auch Noah hat nicht mehr viel Zeit auf dieser Erde. In einem Haus im Süden stirbt auch Noah. Jeliza-Rose, ganz auf sich allein gestellt, lernt zwei Nachbarn kennen: den geistig zurückgebliebenen Dickens (Brendan Fletcher) und seine Schwester, die furchterregende Dell (Janet Mc Teer).
In diesem neuen Umfeld hat Jeliza-Rose nur noch ihre Puppen – vier Köpfe ohne Körper namens Mustique, Baby Blonde, Glitter Gal und Sateen Lips – die sie an ihre Vergangenheit erinnern.
Mit Tideland, der auf dem Roman von Mitch Cullin basiert, legt Terry Gilliam einer seiner besten Filme vor, der – anders als Munchausen oder Fear and Loathing in Las Vegas – auch dramaturgisch zu überzeugen vermag. Gilliams Film lebt von einer Liebe zu den USA, dem Land, das er verlassen hat. Diese Liebe schliesst aber Kritik nicht aus. Noah und Gunhilda, aber auch Dickens und Dell leben in einer Fantasiewelt, und dies bringt sie letztlich um – im Falle von Noah und Gunhilda auch wörtlich. "Alice in Wonderland meets Psycho", so hat Terry Gilliam seinen Film umschrieben. Das mag zu hoch gegriffen sein – und doch ist "Tideland" einer der besten Filme von Terry Gilliam, der – wie "Brazil" oder "12 Monkeys" – fantastische Welten mit einer radikalen, aber nicht masslosen Sozialkritik verbindet. Warmly recommended!
Hoffentlich bald im www.kultkino.ch
www.tidelandthemovie.com
Kongeniale Literaturverfilmung von Terry Gilliam
Jeliza-Rose (Jodelle Ferland) hat Eltern, die ganz anders sind als andere Eltern. Noah und Queen Gunhilda, dargestellt von Jeff Bridges ("The Big Lebowski") und Jennifer Tilly ("Bound"), sind beide Junkies. Bald schon segnet Letztere das Zeitliche. Noah reist mit seinem Töchterchen gen Süden. Doch auch Noah hat nicht mehr viel Zeit auf dieser Erde. In einem Haus im Süden stirbt auch Noah. Jeliza-Rose, ganz auf sich allein gestellt, lernt zwei Nachbarn kennen: den geistig zurückgebliebenen Dickens (Brendan Fletcher) und seine Schwester, die furchterregende Dell (Janet Mc Teer).
In diesem neuen Umfeld hat Jeliza-Rose nur noch ihre Puppen – vier Köpfe ohne Körper namens Mustique, Baby Blonde, Glitter Gal und Sateen Lips – die sie an ihre Vergangenheit erinnern.
Mit Tideland, der auf dem Roman von Mitch Cullin basiert, legt Terry Gilliam einer seiner besten Filme vor, der – anders als Munchausen oder Fear and Loathing in Las Vegas – auch dramaturgisch zu überzeugen vermag. Gilliams Film lebt von einer Liebe zu den USA, dem Land, das er verlassen hat. Diese Liebe schliesst aber Kritik nicht aus. Noah und Gunhilda, aber auch Dickens und Dell leben in einer Fantasiewelt, und dies bringt sie letztlich um – im Falle von Noah und Gunhilda auch wörtlich. "Alice in Wonderland meets Psycho", so hat Terry Gilliam seinen Film umschrieben. Das mag zu hoch gegriffen sein – und doch ist "Tideland" einer der besten Filme von Terry Gilliam, der – wie "Brazil" oder "12 Monkeys" – fantastische Welten mit einer radikalen, aber nicht masslosen Sozialkritik verbindet. Warmly recommended!
Hoffentlich bald im www.kultkino.ch
www.tidelandthemovie.com
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